{"id":1347,"date":"2020-05-24T09:38:19","date_gmt":"2020-05-24T09:38:19","guid":{"rendered":"http:\/\/weltuebergang.net\/?post_type=portfolio&#038;p=1347"},"modified":"2020-06-13T00:51:16","modified_gmt":"2020-06-13T00:51:16","slug":"hybride-formate","status":"publish","type":"portfolio","link":"https:\/\/weltuebergang.net\/?portfolio=hybride-formate","title":{"rendered":"Hybride Formate"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1368\" srcset=\"https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-300x169.jpg 300w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-768x432.jpg 768w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-1612x907.jpg 1612w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-1116x628.jpg 1116w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-806x453.jpg 806w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-558x314.jpg 558w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8-655x368.jpg 655w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_8.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1370\" srcset=\"https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-300x169.jpg 300w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-768x432.jpg 768w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-1612x907.jpg 1612w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-1116x628.jpg 1116w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-806x453.jpg 806w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-558x314.jpg 558w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14-655x368.jpg 655w, https:\/\/weltuebergang.net\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unbenanntes_Projekt_14.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Hybride Formate<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>In drei Sitzungen sammelten wir Ideen und Gedanken f\u00fcr den Umzug von Diskurs, Festival und Werk nach Digitalien. Gegliedert in 6 kurze Kapitel.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>1 Zentrale Begriffe 2 Umzug eines Community Festivals ins Netz 3 Wider die Informationsflut 4 Partizipation und Interaktion 5 Digitale Arbeit 6 Beispiele und Inspirationen<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Begriffe und Herausforderungen<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Die <strong>COMMUNITY<\/strong> oder auch: das PUBLIKUM <\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Wer seine Community im Analogen gepflegt hat &#8211; kann ihr jetzt das &#8220;Umziehen&#8221; erm\u00f6glichen. Der Task: Wie kann man die vielen Menschen mit unterschiedlichen Wissensbest\u00e4nden im Digitalen jetzt erm\u00e4chtigen? Damit sie den Umzug nach Digitalien mitmachen? Ins besondere, wenn man in der Vergangenheit das total analoge Communityfestival oder Stadttheater war?&nbsp; Was kann eine Motivation f\u00fcr den \u00dcbergang sein, ein K\u00f6der? But first: \u00dcberpr\u00fcfung der Behauptung: \u201eWir kennen unser Publikum\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Die <strong>TOOLS<\/strong> &#8211; Werkzeuge, durch die wir miteinander sprechen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Formate und Tools h\u00e4ngen unmittelbar zusammen: Wie viele Menschen, wie lange, gew\u00fcnschte Moderatorenfunktionen? Welche Tools sind geeignet f\u00fcr welches Ziel? Welche Kritik ist fundiert? Faktencheck via testing!<\/p>\n\n\n\n<p>Das SHARING des Erfahrungen mit digitalen Werkzeugen als grunds\u00e4tzlichen Teil der eigenen Prozesse denken.&nbsp;Die Konferenz re:publica hat ZOOM komplett durchgetestet &#8211; und ihre Gr\u00fcnde f\u00fcr die Nutzung verschiedener Tools <a href=\"https:\/\/re-publica.tv\/de\/faq\">hier aufgeschrieben<\/a>. Auch eine M\u00f6glichkeit: Mit ZOOM in Dialog gehen &#8211; \u00c4nderungen, Erweiterungen fordern.&nbsp;Diesen Diskurs auch politisieren, aber mit Dialog. Unsere Tool &#8211; Tutorials findest du <a href=\"https:\/\/weltuebergang.net\/?page_id=429\">hier.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im t\u00e4glichen Theaterprozess sind digitale Mittel sowieso l\u00e4ngst angekommen: &nbsp;Operns\u00e4nger*innen, die ihren Klavierauszug von der Cloud laden k\u00f6nnen. Choreograph*innen, die den Tanzenden direkt auf dem Pad die Arbeit spiegeln und gemeinsam analysieren. Der Probenplan ist online, neue Textseiten kommen per Mail.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Das verlorene Aufmerksamkeitsmonopol&nbsp; <\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum fremdeln manche Institutionen mit dem tempor\u00e4ren Umzug ins Digitale? Das AUFMERKSAMKEITSMONOPOL ist weg. Die k\u00f6rperliche N\u00e4he ist kein Automatismus, die gemeinsame Pr\u00e4senz grade nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Das Publikum sa\u00df in den Stuhlreihen und musste mitmachen. Nun totaler Kontrollverlust. Auf dem Endger\u00e4t der Zuschauenden wartet immer auch die Konkurrenz: das eigene Mail-Programm, Netflix et al.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong>Transformationsfragen:<\/strong> am Beispiel der Gastgeberfunktion<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltenden sollen Feedbackschleifen einbauen und die Partizipation als Mehrwert erkennen. Die Trennsch\u00e4rfe zur reinen Interaktion muss gefunden werden. Die Teilnehmenden m\u00fcssen Entscheidungsm\u00f6glichkeiten und Einfluss auf den Verlauf &#8220;meiner&#8221; Veranstaltung bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit wann geh\u00f6rt eigentlich irgendwem eine Veranstaltung? Veranstaltende brauchen eine neue Prozess- und Methodenkompetenz. Wir m\u00fcssen testen, testen, testen. Am besten gemeinsam. Die individuelle Note der Veranstaltung wird nicht von den Tools bestimmt, sondern durch uns. Die Inhalte und ihre Pr\u00e4sentation h\u00e4ngen nur zu einem gewissen Grad von den digitalen Mitteln ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufenthaltsqualit\u00e4t. Wie schaffen wir im digitalen Format ein Gef\u00fchl von N\u00e4he, von Comfort, von Coziness? Digitales Abh\u00e4ngen will trainiert sein. Ist ein neues Lebensgef\u00fchl. Wir m\u00fcssen auch &#8220;Stille&#8221; im Netz ertragen. <\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong>Teilhabe, Teilgabe, Partizipation.<\/strong>&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann dieser Dreiklang von analog auf digital umziehen?<br>Funktionen der Tutorials und der Moderation werden neu bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tutorial muss den Teilnehmenden anfixen. Das Gef\u00fchl triggern etwas ausl\u00f6sen, beeinflussen zu k\u00f6nnen. Die unmittelbare Reaktion auf die Einmischung. Der Thrill, der manch einen zum Kommentarjunkie werden l\u00e4sst. In vielen Kultursparten ist die unmittelbare Reaktion nicht verbal artikuliert. Lachen und St\u00f6hnen ist im Netz schwer zu h\u00f6ren. LOL!!! Wie capture ich f\u00fcr mich diesen Moment, wenn ich Rezipient*in bin?<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Bildungsmehrwert in der Krise<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Extrem hoch in der Nutzung der Tools &#8211; da notwendig (Oma will Neugeborenes sehen). Digitales Mainstreaming. Pl\u00f6tzlich beherrschen viele die Videocahtools, weil f\u00fcr Kommunikation unabdingbar. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Chance<\/strong>: Die Verk\u00fcrzung. Das B\u00fcndige. Die Performance vorm Rechner. Die neuen Rituale. &nbsp;Keine Repr\u00e4sentationsfettr\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahr<\/strong>: Abbildung des Gewohnten im Digitalen. In Diskursformaten reine 1:1 \u00dcbersetzungen bis in die Details. <br><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">PILOTENFUNKTION<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir erkennen, dass unsere ersten Formate in der Corona-Krise auch deshalb extrem viel Arbeit und Try &amp; Error waren, weil wir es zum Ersten Mal machen. Routinen m\u00fcssen erst entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sichern wir den digitalen Wissensbestand f\u00fcr die Institution selbst?&nbsp;<br>(Beispiel: Hervorragende K\u00fcnstlerInnen mit digitalen Projekten gehen ein und aus, aber bei der Institution bleibt kein eigenes Wissen h\u00e4ngen.<br>Was lernen wir aus der Vergangenheit?&nbsp;Anerkennung, dass es eine Debatte mit Historizit\u00e4t ist! Die Erkenntnisse sichern! Eine Zusammenfassung des Diskussionsstandes 2014 <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2014\/12\/03\/theater-im-livestream\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Transformation des Community Festivals 48 Stunden Neuk\u00f6lln in eine digitale Version:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Entrypoints<\/strong> in ein digitales Festival im Stadtraum NK:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Shopwindows zu Kunstfl\u00e4chen<\/li><li>Kunstr\u00e4ume &#8211; Schaufensterausstellungen<\/li><li>Werbefl\u00e4chen zu Kunstfl\u00e4chen&nbsp;<\/li><li>Festivalzeitung in alle Nord-Neuk\u00f6llner Haushalte<\/li><li>Kunstpostkartenserie in die Abo-Auflage Zitty\/Tip&nbsp;<\/li><li>U-Bahnscreens f\u00fcr Video Art<\/li><li>Shopping Mall als Entrypoint<\/li><li>Screens im \u00f6ffentlichen Raum z.B. M\u00e4rkte<\/li><li>SIGNALS &#8211; Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Partizipation:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Game &#8211; Korridor (Ein digitaler Leerstand &nbsp;\ud83d\ude09 &#8211; Hinter jeder T\u00fcr ein Projekt &#8211; Ich kann Projekte erkunden)<\/li><li>Zoom \/ Jitsi &#8211; Touren durch Ateliers und Projektr\u00e4ume<\/li><li>Avatar-F\u00fchrungen durch reale Kunstr\u00e4ume<\/li><li>Virtueller Infopunkt<\/li><li>AR &#8211; Kunst in Wohnzimmer<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Feedbackschleifen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>PADs \/ Chats \/ Kommentare&nbsp;<\/li><li>Instagram &#8211; Audience Stories<\/li><li>Telefon Hotline<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fragen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wie k\u00f6nnen die Partizipationsr\u00e4ume f\u00fcr das Publikum noch ausgeweitet werden?<\/li><li>Wie k\u00f6nnten Feedbackschleifen&nbsp;attraktiv aufgeladen werden?<\/li><li>Am liebsten w\u00e4ren uns 48hNK &#8211; Watchparties &#8211; Wie k\u00f6nnten wir dieses Modell adaptieren?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2><strong>Wider die Informations-Inflation. Ein Rant.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Die Tools m\u00fcssten fast weniger sein als immer mehr und mehr<\/span>, ebenso wie sich die Schwelle des Zuganges verringern m\u00fcssen (Von tausenden neuen Accounts die generiert werden muss und das On-boarding extrem erschweren).<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Intensive Moderation und Betreuung sind elementar <\/span>und grenzen fast schon an Animation. Das m\u00fcsste noch einmal neu \u00fcberdacht werden. Ebenfalls der extreme Technische Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">On- und Of-Boarding ist elementar, <\/span>und darf nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Wie in einem Spiel, wo es Tutorials gibt, um nachher in der Welt klar zu kommen. Das wird zu einem neuen Aufgabenfeld und wird gebraucht, gerade f\u00fcr Gro\u00dfveranstaltungen. Die Sehgewohnheiten gibt es noch nicht und es gibt eine unglaubliche Diversit\u00e4t an Festivals und Veranstaltungen. In der &#8220;analogen&#8221; Welt gibt es auch eine Schlange vor den Toren und sch\u00fcchterne Menschen werden herangef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Aber wie werden Erfolgserlebnisse in einem Tutorial erzeugt<\/span> und Frustration vorgebeugt? Aus der Gametheorie muss eine Art von Passung zwischen individuellen F\u00e4higkeiten und Anforderungen hergestellt werden um Erfolgserlebnisse zu erzeugen und die Teilnehmer*innen zur Aktivit\u00e4t zu bringen. Ich muss sehen, dass meine Handlung einen Unterschied macht. Dabei sollten die M\u00f6glichkeiten vor allem zu Beginn begrenzt sein auf klare Handlungsoptionen. <\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Beteiligung muss m\u00f6glich sein,<\/span> auch in Form von Redebeitr\u00e4gen oder Sprecher*innenrolle verteilen. Ebenso w\u00e4re eine Erstellung von &#8220;Codes&#8221; angebracht (Im Sinne von * meint Redebedarf, ? meint xy&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Ideen um die Hemmschwellen zur Beteiligung zu senken<\/span>, w\u00e4ren:<br>&#8211; Rollen verteilen<br>&#8211; Fragen stellen, so dass Leute im Chat kommentieren k\u00f6nnen. <br>&#8211; In den Chat tippen, um eine Frage stellen zu k\u00f6nnen, ohne den Flow der Diskussion zu st\u00f6ren. Dann kann die Moderierende selber entscheiden, wann sie\/er darauf eingehen will.<br>&#8211; Fragen was die Leute wollen! Welche Tools benutzen <strong>sie<\/strong> denn? Welche Fragen treiben sie um? Das was sonst in einem R\u00fcckkanal w\u00e4hrend der Veranstaltung kommt, bereits in die Planung und die Kuration einfliessen lassen. Zu glauben zu wissen, was die Anderen wollen ist ein Irrtum.<br>&#8211; Teil einer Vielheit sein &amp; Durchl\u00e4ssigkeit<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Interaktion oder Partizipation ?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>-Interaktion ist Playful f\u00fcr das Publikum, von der Partizipation haben auch die Veranstalter*innen etwas was nachwirkt. Da wird eine andere Vereinbarung eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Projekte die noch nicht abgeschlossen sind, lassen auch Partizipation zu, um sich zu ver\u00e4ndern und in eine Richtung weiter zu gehen, die von der Community gespiesen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Partizipation kann ohne das Zutun anderer Personen die nIcht das Team sind, nicht existieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Nicht alles was Interaktion ist, muss auch Partizipation werden, es kommt immer auf das Format an.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Digitale Arbeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>1. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Wir setzen jetzt im Kulturbetrieb die \u00f6konomischen Regeln<\/span> f\u00fcr digitale und hybrige Formate. Aber wie bezahlen wir die neuen Mitarbeiter*innen? Bleibt es bei der Aufteilung in hochbezahlte Programmierende und schlecht bezahlte Administrator*innen, die die digitale &#8220;Drecksarbeit&#8221; machen?<\/p>\n\n\n\n<p>2. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Wie definieren wir die Felder in unseren Kollektiven oder Institutionen<\/span>, auf denen wir a) uns selbst erm\u00e4chtigen k\u00f6nnen (Fortbildung) oder wo wir tempor\u00e4r oder permanent personelle Verst\u00e4rkung brauchen?<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel: Der &#8220;Social-Media-Techniker&#8221; (beherrscht alle Tools, Videochats, Chats, ist szeneaffin und serviceorientiert im Direktkontakt), stellt die interaktiven Plattformen zur Verf\u00fcgung, ber\u00e4t in der fr\u00fchen Konzeptionsphase von Projekten, denkt die digitale Dimension immer mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Institutionen tendieren dazu den allgemeinen Suchbefehl: Irgendwie mehr digital! zu folgen &#8211; aber die Arbeitsfelder der &#8220;Beauftragte\/n f\u00fcr digitale Transformation&#8221; oder des &#8220;Dramaturgen\/in f\u00fcr Digitales&#8221; sind in der Praxis nicht so pr\u00e4zise beschrieben und visioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>3. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Andere Zeitlichkeiten:<\/span> &#8212; Beispiel: eine Fachtagung \u00fcber einen Tag erstreckt sich digital \u00fcber 2,5 Tage, um den Teilnehmenden die M\u00f6glichkeit zu geben, die digitalen Meetings in den Lebensgesamtablauf einzupassen. Heisst: Die Mitarbeitenden, das Team muss nun 3 Tage zur Verf\u00fcgung stehen, ansprechbar sein, moderieren etc. Heisst auch: Drei Tage Honorar.<\/p>\n\n\n\n<p>4. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Sicherung der digitalen Wissenbest\u00e4nde f\u00fcr die Institution\/ <\/span>Gruppe\/Kollektiv selbst. Die technisch Verantwortlichen freier Gruppen (i.e. Rimini Protokoll) lernen projektbezogen die digitalen Tools und Hardware, die f\u00fcr die Ausf\u00fchrung des jeweiligen Projektes notwendig sind. Das ist DIY, und generiert das Wissen in der Gruppe bleibend. Im arbeitsteiligen System des Stadttheaters stossen solche &#8220;Aufgabenerweiterungen&#8221; nicht immer auf Bereitschaft, auch aufgrund von Arbeitsbelastungen zur Sicherung des Repertoirebetriebes. Wenn die Institution nicht das Projektweise engagierte Wissen via Expert\/in auf geeignete Weise sichert &#8211; wird sie sp\u00e4ter nicht darauf zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>5. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Sicherung der eigenen Arbeit\/ der Auff\u00fchrungen als Video<\/span>. In der bildenden Kunst ist eine Dokumentation des Werkes in den Arbeitsprozess der K\u00fcnstler\/innen eingeschrieben &#8211; keine B\u00fchnenbildnerin unterl\u00e4sst es ihr Werk ausf\u00fchrlich zu fotografieren und anderweitig zu dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur so kann die digitale Vorratskammer mit Arbeiten gef\u00fcllt werden, die sp\u00e4ter vorgezeigt werden k\u00f6nnen. L\u00f6sbar auch \u00fcber die Aufzeichnung des Livestreams.<\/p>\n\n\n\n<p>6.<span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"> Streaming ab Herbst an deutschen Theatern als Regelfall<\/span>, nicht als Ausnahme; allerdings unter einer dokumentierenden Pr\u00e4misse, damit nicht nur f\u00fcr die digitale Ausspielung gedachte Arbeiten ins Netz finden, sondern alle Arbeiten nachvollziehbar sichtbar werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar ist: Wenn wir in Zukunft nur f\u00fcr 30 statt 200 Menschen spielen k\u00f6nnen &#8211; was sehen die anderen 170? Wird der Vorwurf des Elit\u00e4ren nicht noch viel lauter werden? Idee: Ein Prototyp einer Streamingbox mit der notwendigen Hard- und Software. Mit Kostenpunkten. So dass politsch nachvollziehbar wird, was die potentielle Teilhabe derjenigen, die kein Ticket erhalten, das Theater einmalig kosten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>7. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Digitale Arbeitsr\u00e4ume.In die Arbeitsprozesse des Theaters<\/span> sind digitale Praxen bereits in den Probenprozessen eingeschrieben. Die Klavierausz\u00fcge sind als Transskriptionen in der Cloud zum Herunterladen. Die Choreographierenden nutzen oft ein Pad &#8211; um den Tanzenden direkt im Anschlu\u00df ihre Arbeit direkt zu spiegeln und gemeinsam zu analysieren. In den Entwicklungspahsen k\u00f6nnen Meetings, die bislang mit Fl\u00fcgen und Reisen anderer Art verbunden waren nun viel selbstverst\u00e4ndlicher via Videochat gemacht werden. Erkenntnis aus der Nutzung im alternativlosen Notzustand: Eine hilfreiche neue Arbeitsweise f\u00fcr viele, die sich auch den Imperativen der Fridays for Future Bewegung verpflichtet f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>8. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Neue Arbeitsbelastung\/ Arbeitsanforderung schafft neue Fragen<\/span>. Wieviel Erholung nach stundenlanger Bildschirmkonzentration. Wie geht (siehe Kanal Digital Detox) Erholung des Geistes und der Augen &#8211; wenn ich zwischen Videokonferenzen\/ Streams\/ Chats stecke.<\/p>\n\n\n\n<p>9. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Rituale \u00e4ndern sich. <\/span>Die klassische Abteilungssitzung &#8211; Monolog der Leitenden, dann Wiederholung derselben Gedanken von vielen &#8211; &#8220;es wurde gesagt, aber noch nicht von allen&#8221; &#8211; sch\u00e4lt sich im digitalen Miteinander als sehr anstrengend heraus. Wir k\u00f6nnen nicht mehr den Geist wandern lassen &#8211; oder daneben non-Verbale Konversation mit anderen im realen Raum f\u00fchren. Alle sehen immer alle. Und konzentrieren sich darauf in die Kamera zu blicken, da sonst nicht das Gef\u00fchl entsteht angeschaut zu werden. Das f\u00fchrt zu einer neuen B\u00fcndigkeit und K\u00fcrze &#8211; Zusammenstrich auf das Notwendige, Fettr\u00e4nder der Redundanz fallen auf allgemeinen Wunsch weg.<\/p>\n\n\n\n<p>10. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Sharing der Erfahrungen beim digitalen Arbeiten <\/span>&#8211; das theaterspezifische dabei. Theater tendiert zur abgeschlossenen Entwicklung, zu der zu sch\u00fctzenden Einzigartigkeit &#8211; jetzt geht es aber um Erm\u00e4chtigung zum digitalen Arbeiten. Und das geht am schnellsten via TEILEN.<\/p>\n\n\n\n<p>11. <span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Feedback nicht nur von au\u00dfen einholen<\/span>, einen Auff\u00fcrungsbesuch nicht ausschlie\u00dflich von Publikumsseite her denken; auch die Mitarbeiter:inen brauchen einen &#8216;Raum&#8217;, Ruhe zur Vor- und Nachbereitung. Wie funktioniert Konzentration bei einem dekonzentrierenden Tool?<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Noch ein Lesetip zur digitalen Arbeit:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Anne von Streit: <a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-1424-4\/entgrenzter-alltag-arbeiten-ohne-grenzen\/\">Entgrenzter Alltag &#8211; Arbeit ohne Grenzen?<\/a> Das Internet und die raum-zeitlichen Organisationsstrategien von Wissensarbeitern Transcript 2011 <\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Beispiele &amp; Inspirationen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Beispiel f\u00fcr eine intermediale preisgekr\u00f6nte Auff\u00fchrung aus 2011 vom Teater NO99 aus Tallinn- <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/32560891\">The rise and fall of Estonia<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zeitgen\u00f6ssische Handyformate, April 2020<br>Sara Victoria Frick, Mavie H\u00f6rbiger und andere   <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hVVcmDUgZME\">#myhomeismyburgtheater<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die sch\u00f6nste Betriebssatire als Web-Serie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-SlbZMcaZlo\">Der Dramaturg der Herzen<\/a> &amp;<br><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BLc6rkHrXQ4\">Reisetagebuch eines Dramaturgen <\/a> von 2014, Schauspiel Hannover<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel f\u00fcr ein komplett selbsproduziertes Theatervideo in Coronazeit:         <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hVVcmDUgZME\">Werther online<\/a>  &amp;  <a href=\"https:\/\/youtu.be\/aN65ZV0GJA4\">Zweiter Werther-Brief<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Automonologe in der Tiefgarage, &nbsp;<a href=\"https:\/\/www.antjethoms.de\/\">&#8220;Die Methode&#8221;<\/a> nennt sich das Drive-Through-Projekt von Antje Thoms.<\/p>\n\n\n\n<p>Jugendliche sind Teil des Prozesses und schaffen ein Angebot das auch von Kindern angenommen wird.&nbsp;Beispiel <a href=\"https:\/\/tincon.org\/\">Festival TINCON<\/a> offen f\u00fcr Kooperation <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Positivbeispiel: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL9H8VPpyaFzOU7WShhUg25QyoIQrt7MSx\">ALBAs t\u00e4gliche Sportstunde&nbsp;<\/a> online. Interaktion f\u00fcr Kinder auch zu Hause statt eine Stunde sitzen und glotzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am AUAWIRLEBEN in Bern war Rimini eigentlich eingeladen, aber das Festival fand dann in Briefform statt (<a href=\"https:\/\/auawirleben.ch\/de\/nr10\">Beispiel eines Score im Audioformat<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Assignements, \u00e4hnlich wie Scores: Miranda July and more, 2007-2009, <a href=\"http:\/\/www.learningtoloveyoumore.com\">gesammelt hier<\/a> , mit direktem R\u00fcckkanal.<br><br><a href=\"http:\/\/lorenzio.org\">http:\/\/lorenzio.org<\/a> is an Ukrainian-German theater project initiated<br>by the Goethe-Institut Ukraine together with the public organization GOGOLFEST, sehr sch\u00f6ne Oberfl\u00e4che, die Prozesserz\u00e4hlung und Video verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Janet Cardiff and George Bures Miller<a href=\"https:\/\/www.antjethoms.de\/\"> <\/a><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Tgef5gel4sk\">\u201eGhost Machine\u201c <\/a>(2005) am HAU, schlaue Wahrnehmungsinstallation durch Zeitversetzte Aufnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine anderer kleiner Input zu Formaten: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mail_Art\">Ich liebe ja sehr die Mail-Art. <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Beruhend auf einer Idee des Kurators Hans Ulrich Obrist aus dem Jahr 1995<br>schreiben K\u00fcnstler*innen Instruktionen, <a href=\"https:\/\/curatorsintl.org\/special-projects\/do-it\">die zu Hause ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/a> &#8220;Do It (Home)&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu eine gro\u00dfartige Arbeit von<a href=\"https:\/\/www.bitnik.org\/assange\/\"> !Mediengruppe Bitnik<\/a> \u00fcber Julian Assange.<\/p>\n\n\n\n<p>Die  erw\u00e4hnte <a href=\"http:\/\/sebastianschmieg.com\/gallery-delivery\/\">\u201eGallery delivery\u201c<\/a> von Sebastian Schmieg: eine Ausstellung, die nach Hause geliefert und in der Wohnung aufgebaut wird, in der Box: digitale interaktive Positionen, aber auch zu betrachtende Gegenst\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und zu den Scores\/Instructions: So was wie ein Erfinder war (wahrscheinlich) Duchamp, abgewandelt dann auch bei B. Brecht zu finden (Lehrst\u00fccke), <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fluxus#Event_score\">endg\u00fcltiger \u201eDurchbruch\u201c als Kunstform im Fluxus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umzug nach Digitalien &#8211; aber wie?<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1368,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"portfolio_category":[8],"portfolio_tag":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/1347"}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/portfolio"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1347"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/1347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1667,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/1347\/revisions\/1667"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1368"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fportfolio_category&post=1347"},{"taxonomy":"portfolio_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltuebergang.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fportfolio_tag&post=1347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}